Künstlerischer Ansatz
Die seit 2018 unter dem Vordach der Stallungen installierte Bambuskugel von Klaus Pinter wird 2023 in einer pflanzlichen Architektur im historischen Park zu sehen sein. Die Linden entlang der Promenade bieten dem Monumentalwerk ein grün flirrendes Dach, unter dem die tausendfachen Goldblumen in anmutigem Spiel mit Licht und Schatten des Himmels die Bewegung der Blätter der zweihundertjährigen Bäume einfangen.
BIOGRAPHISCHE ANGABEN
Klaus Pinter wurde 1940 in Schärding (Österreich) geboren und war einer der Gründungsmitglieder der Architekten- und Künstlergruppe Haus-Rucker-Co (Wien, Düsseldorf) und von Haus-Rucker-Inc (NYC). Nachdem er sieben Jahre in New York, mehrere Jahre in Belgrad, später in Bonn und Paris verbracht hat, lebt und arbeitet Klaus Pinter nun auf der Insel Île d’Oléron und in Wien. Mit der Gründung der Gruppe Haus-Rucker-Co in Wien im Jahr 1967 grenzte er sich von den Schönen Künsten ab und trat als Vorreiter der Installation, der praktischen Umsetzung eines Werks in einem gegebenen Umfeld, auf. Im Laufe der 1970-er Jahre war er an der Ausstrahlung der radikalen österreichischen Szene beteiligt.
Pinter übt scharfe Kritik am Begriff des Fortschritts, an der Industrialisierung und deren Folgen für die Umwelt, weshalb er seine Untersuchungen mit Haus-Rucker auf die Erprobung einer neuen Beziehung zum Körper konzentriert. Der Künstler, der sich seit jeher der Architektur historischer Stätten, Museen oder Gelände widmete, fordert uns zum Nachdenken über die Begriffe Raum, Symbol und Tradition auf.