Künstlerischer Ansatz
Im Historischer Park hat Patrick Dougherty sowohl luftige als auch pflanzliche Formen geschaffen. Sie sind monumental und zutiefst vom Ort inspiriert und sprechen die Besucher auf den Waldwegen durch ihre halb natürliche, halb architektonische Art an.
Ihre gekrümmten Wände sind aus zarten geflochtenen Weidenzweigen hergestellt und gestalten für die Spaziergänger eine traumhafte Zwischenwelt im Herzen der Natur. Diese Skulpturen drängen sich nicht auf, sondern verschmelzen mit der Landschaft und wecken so die Phantasie. Man könnte glauben, dass sie von Vogelscharen errichtet, von ehrgeizigen Nagern aufgestellt oder vom Wind herbeigetragen wurden. Durch diese gleichermaßen diskrete wie umfassende Geste beginnt der Künstler ein Spiel mit dem Zuschauer, indem er ihn seinerseits dazu bringt, die Welt zu erträumen, die ihn umgibt, und dann an die Natur zu denken, die in ihr lebt.
BIOGRAFISCHE ANGABEN
Patrick DOUGHERTY
VEREINIGTEN STAATEN

Seine Kindheit verbrachte Patrick Dougherty in North Carolina in den Vereinigten Staaten. Seine Phantasie formte sich in diesen natürlichen Landschaften, die von jungen Bäumen mit weichen, skulpturartigen Zweigen bedeckt ist. Als Erwachsener beginnt er ab 1982 mit dem Diplom der schönen Künste in der Tasche sein Werk, das halb Skulptur und halb Architektur ist. Selbst wenn ihm manche Land Art vorwerfen, scheint sich der Künstler doch allen Kategorien zu entziehen: in situ wie im Frederik Meijer Gardens and Sculpture Park in Grand oder im Freien lassen sich seine Werke durch die ganze Welt entdecken. Durch das Flechten dünner Zweige schafft er monumentale, mehrere Meter hohe Formen für das rätselhafte Universum seiner Ausstellungen. Jedes Projekt wird in enger Bindung zu dem Aufstellungsort erdacht, indem der Kontext, in den es sich einfügt, angenommen, abgeleitet oder „angegriffen“ wird. Der Arbeitsprozess beginnt also stets mit einer genauen Erkundung des gewählten Ortes, um dessen „physische und soziale Qualitäten“ zu ermitteln und so die ersten Skizzen zu inspirieren. Der einsetzende Dialog zeigt sich auch in der Ausführung des Werks, das vor dem Hintergrund einer Zusammenarbeit entsteht, das die Teilnehmer mobilisiert, Zweige zu schneiden, zu flechten und zu verbinden. Da er an seiner Heimat hängt, lebt und arbeitet er in einem selbst gebauten Haus in Chapel Hill.