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Auflage 2022 - Ideale Garten
05

Bleu 47°

Festival International des Jardins

Der Garten

Dieser auf 47° nördlicher Breite angelegte Garten ist eine wahre Hymne an die Farbe Blau. Kobaltblau, Himmelblau, Coelinblau, Petrol, Cyan, Clematis, Iris, Tiffany, Yves Klein oder Guimet - die Farbe Blau besticht das Auge in zarter Transparenz, in den Farbschattierungen der Pflanzen und des Wassers.
Trotz Seelenschmerz und Blues erstrahlt hinter den Wolken immer ein blauer Himmel... Blue 47° ist ein Garten voller Optimismus und Lebensfreude! Alkoven, in denen man sich verlaufen und wiederfinden kann, laden das heitere und blauäugige Gemüt zum Geplänkel und zum Flirt ein. Besinnliche Spaziergänger finden hier eine Kapelle für Mediation und Gebet.
Gleich einem Mosaik, einem Teppich mit impressionistischen oder pointillistischen Anspielungen, windet sich ein Labyrinth hin zu einer Reihe von Glorietten, die die Natur zelebrieren. Eine Einladung zu einem Moment der Ruhe und Beschaulichkeit umgeben von Wasser und Pflanzen.
Als Bindestrich zwischen Himmel und Erde, zwischen unserem blauen Planeten und dem azurblauen Himmel wandelt sich das Wasser im Garten Blue 47° in einer eigens entworfenen vertikalen Struktur zu einem faszinierenden Glasbild. Das Wasser spielt mit dem wechselnden Licht in Chaumont-sur-Loire. Die in einem Raster gespannten Farben vibrieren im Sonnenschein wie Edelsteine.
Das Blau der Clematis und des Wassers vereinen sich gleich einem Gemälde von Georges Seurat, Robert Delaunay oder Paul Signac mit unzähligen Farbtupfern zu einem Bild aus natürlichen Pixeln. Der Blick gleitet sanft über das Farbspiel in weichen Abstufungen und überlässt es dem Betrachter, ein Ganzes, eine Einheit zu bilden. Ein Element des Universums, ein Tier oder eine Pflanze fortzunehmen oder umzustellen würde bedeuteten, das gesamte Universum zu destabilisieren, mit der Gefahr es zum Einsturz zu bringen.
In Resonanz mit der Vertikalität der Architektur und den Pflanzen setzt das Blau auch im Boden Akzente. Unerwartete Pflastersteine versinnbildlichen metaphorisch den Zusammenfluss des Wassers der Loire und einer Quelle des Sancy... kleine Bäche sind der Ursprung großer Flüsse... und schöner Gärten.

GESTALTUNG

Nicolas TRIBOULOT, Künstler / Designer, Arnaud MERMET-GERLAT, Landschaftsgestalter
FRANKREICH
 
 

Weder Designer, noch Künstler oder Architekt, vielleicht ein bisschen Erfinder, sicherlich Träumer und ohne Zweifel begeistert und neugierig. 1993 gründet Nicolas Triboulot das Studio QUARKS design mit dem Vorhaben, sich an allen Materialien und in allen Tätigkeitsbereichen von der Welt des Luxus über die Gastronomie bis hin zum Objektdesign zu versuchen. Er arbeitet schon seit Jahren mit der Kristallfabrik Cristalleries de Baccarat zusammen: er hat sich Dutzende von Objekten ausgedacht und dann geschaffen, mit Kristall gespielt, das Licht durch Reflexion und Brechung gezähmt und das Material bis an seine Grenzen gebracht, um das Beste aus ihm herauszuholen. Aus seinen vielen Kooperationsprojekten entstanden Parfumflacons, Uhren, Schmuck, Restaurants…Jedes Projekt ist einzigartig und wird individuell angegangen, indem man versucht Poesie, Technologie etc. zu kombinieren. Seine Leidenschaft für Transparenz bringt ihn dazu, sich für Kristall und Glas, aber auch für Eis zu interessieren. Ein überraschendes, transparentes Material, ein wahrer Schatz, ein Süßwasserspeicher, der leider in Gefahr ist, ein Material, das genauso gut unsere Lieblingsgetränke kühlen kann als auch als Rohstoff für Skulpturen zu dienen, aber auch den Bau von Behausungen in den nördlichsten Gegenden ermöglicht. So arbeitet er seit mehreren Jahren am Bau des ICEHOTELS in Nordschweden mit. Eine sehr interessante Auseinandersetzung mit dem Eis und seinen unzähligen Möglichkeiten, wo sich technische Komplexität mit Poesie vereint, in einer sicherlich feindlichen Umwelt, in der die Sonne aber diesen unglaublichen, natürlichen Rohstoff in Szene zu setzen weiß. Eine schöne Illustration der Zyklen der Natur, wenn das Eis jeden Frühling in den Fluss zurückkehrt, aus dem es gekommen ist. Seine Forschungen über das verfestigte Wasser, das das Eis ist, bringt ihn dazu, sich für das Wasser in all seinen Facetten zu interessieren: seine Nutzung, seine Verknappung, seine Recycelbarkeit, seine Nutzungsmöglichkeiten in der Architektur. Unter diesem Postulat macht er eine Reihe Installationen, die das Wasser in den Vordergrund stellen. Das Konzept ist, Wasser von verschiedenen Orten zu nutzen, es zu färben und diese Farben zu nutzen, wie es ein Maler bei einem Bild tun würde.

Nach einer wissenschaftlichen Ausbildung in Biologie und Geologie wendet sich Arnaud Mermet-Gerlat der Landschaftsarchitektur zu. Er erhält einen Master in Landschaftsarchitektur der Haute École Charlemagne (Belgien) nach einem Studienjahr an der Universität von Montreal, wo er seine Vorliebe für die Arbeit in multidisziplinären Gruppen entdeckt. Seit 2010 arbeitet er in einem Büro, wo er an der Entwicklung einer Landschaftsabteilung in einem großen Pariser Architekturbüro beteiligt ist. Parallel dazu ist er Mitgründer des Büros Atelier LJN, mit dem er 2016 den Preis AJAP (Albums des jeunes architectes et paysagistes-Alben junger Architekten und Landschaftsgärtner) gewinnt. Das Ministerium für Kultur und Kommunikation verleiht diesen Preis alle zwei Jahre an junge Architekten und Landschaftsgärtner, um seine Unterstützung für architektonische und landschaftliche Innovationen, seinen Willen zur Förderung der Architektur und der Qualität des Bauwesens und des Lebensumfelds zu bekräftigen. Nach dem Vorbild dieses Projekts erweitert er seine Berufspraxis gerne durch experimentelle Projekte, indem er sich an der Konzeption und Umsetzung seiner Projekte beteiligt. Dank dieser Methode konnte er schon in Frankreich und Europa, Spanien, Portugal, England und Schweden arbeiten.

GARTEN UNTER DER PATENSCHAFT VON

Garten erstellt mit Unterstützung von

Javoy Plantes