Künstlerischer Ansatz
“TRATTENERE 8 ANNI DI CRESCITA (CONTINUERÀ A CRESCERE TRANNE CHE IN QUEL PUNTO), 2004-2012”
Giuseppe Penone ist einer der größten Künstler der heutigen Zeit. Sein Werk ist der Natur gewidmet, der tiefen und einzigartigen Inspirationsquelle dieses Schaffers, der insbesondere von Bäumen fasziniert ist, deren Zauber und Kraft er besser als jeder andere wahrnimmt und unterstreicht. Er mag ihre Äste, Blätter, Dornen, er erforscht Schösslinge, Dickicht, Hochwälder. Sein Werk ist ein Liebeslied an die Schönheit der Bäume. Er ist ein unermüdlicher Beobachter der Wälder, er nimmt die Botschaften wahr und gibt sie wider, die vergrabenen Stärken, die ins Holz gravierten Kräfte, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Die von ihm angeschnittenen Themen hinterfragen Mensch und Natur, aber auch die Zeit, und zwar durch die Verwandlung von Elementen, durch Bewegung, durch Abdrücke und die Schönheit der Formen. Er verwendet Materialien wie Holz, Marmor, Pflanzenharze oder Bronze.
„Der Baum ist ein fließendes, modellierbares Material. Die treibende Kraft ist die Zeit: der Mensch hat eine andere Zeitlichkeit als der Baum; im Prinzip würde der von einer Hand ausgeübte Druck, wenn man damit einen Baum umklammern würde und die Durchhaltekraft hätte, sich jahrelang nicht zu bewegen, den Baum verändern.“
2016 hat der Künstler ein neues Werk aus Bronze geschaffen, das an das stimmungsvolle Labyrinth erinnert, welches bereits im Historischen Garten kreiert wurde. Penone hat einen Bronzeguss seiner Hand angefertigt, die gerade den Stamm eines jungen Baumes umfasst. Dieser Abdruck der Hand am Baum veranschaulicht die Verbindung zwischen dem Menschen und der furchtlosen Kraft der Natur, denn „der Wald erzählt uns vom Wald, indem er jedoch vom Wald erzählt, erzählt er uns vom Menschen“.
“ARBRE-CHEMIN, 2012”
Die von ihm angeschnittenen Themen hinterfragen Mensch und Natur, aber auch die Zeit, und zwar durch die Verwandlung von Elementen, durch Bewegung, durch Abdrücke und die Schönheit der Formen. Er verwendet Materialien wie Holz, Marmor, Pflanzenharze oder Bronze.
Der Künstler hat in einem Wäldchen einen mehrjährigen Garten mit dem Titel Arbre-chemin (Baum-Weg) gestaltet und angelegt. Obwohl er den Historischen Park erkundet und andere Orte hätte wählen können, zog ein geheimes Wäldchen in der Nähe des Wasserturms Penones Aufmerksamkeit auf sich: ein vergessenes Wäldchen, verborgen unter Lorbeerbäumen, die nicht mehr verschnitten wurden, in das seit Jahren niemand mehr vorgedrungen war. Penone hat in diesem Wäldchen einen subtilen und stimmungsvollen Rundgang gestaltet, als würde er ein vergessenes Geheimnis suchen, das in die Linden oder Kastanien eingraviert ist und das nur er entziffern kann, bevor er hier seinen eigenen Stein- oder Bronzeabdruck hinterlässt. Die Spuren, die er hinterlassen hat, haben diesem Ort seine Sichtbarkeit, seine Erinnerung und auch eine Zukunft zurückgegeben, einen Bezug zu der Zeit, den er verloren hatte. Durch kleine Elemente, Steinsplitter, Bronzeskulpturen, „sät er Ideen, Gedanken, zukünftige Arbeiten“.
Der geheime Wald von Chaumont-sur-Loire wartete auf Metamorphosen, die der Arbre-chemin von Penone tatsächlich schaffte. „Das Werk ist kein Instrument der Zauberei, es ist selbst Zauberei… Die Poesie ist die Enthüllung von etwas Außergewöhnlichem.“
BIOGRAFISCHE ANGABEN
Giuseppe PENONE
ITALIEN

Giuseppe Penone wird am 3. April 1947 in Garessio in Italien geboren und stammt aus einer Händler- und Bauernfamilie. Er war von 1997 bis 2012 Professor an der Nationale Schule der schönen Künste von Paris. Heute lebt und arbeitet er sowohl in Frankreich als auch in Italien.
Ende der 60-er Jahre schließt er sich der Land-Art- und der Arte-Povera-Bewegung an, deren Denken rebellisch und gegen die Moderne ist. Neben anderen Künstlern der Arte Povera ist er einer der symbolischen Persönlichkeiten der italienischen Kunst der 60-er Jahre.
Bei einer großen Retrospektive im Pariser Centre Pompidou sind seine Arbeiten 2004 vertreten und im Sommer 2013 in den Schlossgärten von Versailles, wo er mit seinem Projekt Versailles Penone einen großen Erfolg erlebt. Von November 2014 bis Februar 2015 präsentierte er im Museum von Grenoble eine große monographische Ausstellung.