Die Kutschen der Familie de Broglie

published at 20/01/2017

DIE GALA-BERLINE

Diese außergewöhnliche Kutsche, ein Werk des von Napoleon III. bevorzugten Pariser Kutschenbauers Ehrler – eine Verwahrung des Palais de Fontainebleau – wurde im Auftrag des Prinzen Nikolai Orlow (russischer Botschafter in Paris) gebaut. Sie wurde 2003 mit Unterstützung des Hauses Hermès restauriert und ist mit ihrem Kutschkasten auf acht Federn, den reich ziselierten Laternen, ihrer Innenauskleidung aus blauem Satin eine der vierzehn Berlinen dieses Typs, die es noch in Frankreich gibt. Heutzutage kennen wir aus der Produktion von Ehrler nur 52 Kutschen, von denen dreißig in Sammlungen oder Museen im Ausland stehen.

KUTSCHE PETIT-DUC

Eine offene Kutsche für Stadtfahrten oder Ausfahrten mit breitem, abgesenktem offenen Kutschkasten. Diese kleine Petit Duc für Damen wurde im Auftrag der Prinzessin Henri-Amédée de Broglie vom Kutschenbauer Belvalette gebaut. Sie besitzt hinter dem Kutschkasten einen Sitz für einen oder zwei Bedienstete, hat keinen Kutschbock und wurde direkt von der Eigentümerin gelenkt.

KUTSCHE VIS-A-VIS

Diese leichte Kutsche mit zwei gegenüberliegenden Vorder- und Rücksitzen aus Weidengeflecht für vier Personen wurde von den Gebrüdern Dosme (Kutschenbauer in Blois) entworfen. Diese Kutsche, die hinten über einen Weidenkorb verfügt, wurde von der Familie de Broglie und ihren Gästen für Picknicks sowie Land- oder Jagdausflüge genutzt.

DER LANDAUER

Dieser bei Mühlbacher (dem vom Hof Napoleons III. bevorzugten Kutschenbauer) in Auftrag gegebene wurde vor allem von Prinzessin de Broglie für ihre häufigen Einkaufsfahrten in Paris oder zur Teilnahme an Aufführungen in der Opera Garnier genutzt. Die Kutsche mit zwei Rücksitzen und zwei Türen für vier Personen konnte vollständig mit zwei Lederabdeckungen geschlossen oder geöffnet werden, die jeden Rücksitz bedeckten und oberhalb der Türen zusammentrafen.

DER OMNIBUS

Diese unglaublich luxuriöse Kutsche, die Omnibus des Schlosses genannt wurde, wurde von Mühlbacher gebaut. Sie wurde drei- oder vierspännig gefahren und für Fahrten zwischen dem Bahnhof (der am nächsten gelegene Bahnhof ist Onzain) und dem Schloss zum Transport von Gepäck und Gästen genutzt. Außerdem wurde sie zum Fahren zu Jagdtreffen oder zur Teilnahme an Pferderennen verwendet.