Künstlerischer Ansatz
PRÄSENTIERUNG

Davide Quayola begeistert sich seit langem für die Verbindung von Tradition und Moderne und interessiert sich deshalb für neue Technologien, da sie ihm einen neuen und besonders ergiebigen Raum zum Denken bieten.
Von November 2018 bis Ende Februar 2019 zeigt er eine neue Reihe von Bildern, die er während einer Residenz in Chaumont-sur-Loire realisierte. Es handelt sich dabei um eine Reihe von ultrahochauflösenden Großaufnahmen. Diese Bilder wurden im Wesentlichen durch Computer erzeugt und besitzen eine beachtliche Datenmenge, die mit einem ultrapräzisen 3D-Laserscanner eingefangen wurden. Durch diese Arbeit konnten Millionen von dreidimensionalen Koordinatenpunkten erfasst und aufgezeichnet werden. Diese Daten wurden anschließend von dem Künstler zusammengetragen und analysiert.
Davide Quayola, dessen Vorgehensweise sich der wissenschaftlichen Forschung nähert, zieht gern verschiedene Technologien und Softwares hinzu, wobei er die Algorithmen oder Techniken nutzt, die auch in der Robotertechnik Anwendung finden. Mit sehr viel Selbstständigkeit entwickelt er seine eigenen Programme und Softwares. „Ich versuche, andere Sprachen zu entdecken, um neue Ästhetiken zu erstellen“, so umreißt der Künstler seine privilegierte Beziehung zu den Ausdrucksmitteln seiner Zeit, mit denen er die Realität mit anderen Augen sehen kann.
Quayola, der für seine hintergründigen Videoinstallationen geachtet wird, kreiert Bereiche mit einer Mischung aus bewegter Malerei und Bildhauerei. Durch den Einsatz audiovisueller Darstellungs-, Zeichnungs-, Fotografie- und Softwareprogrammier-Verfahren untersucht er eine schmale Grenze zwischen Realem und Künstlichem.
Spezielle institutionelle Ausschüsse von Quayola’s Arbeit haben ihm ausnahmsweise den seltenen Zugang zu Kunst und Architektur von Kirchen, Theatern und Museen in Europa gestattet, so wie zu Notre Dame und zum Vatikan. Bei seiner Arbeit werden originelle Meisterwerke und Sammlungen zu Rohleinwänden, indem Quayola eine videobasierte Untersuchung in einer Konversation über Archive, Collage, geistiges Eigentum und die Wertschätzung eines Gegenstandes verankert. In einem Zeitalter von Google Art Project, das nie dagewesene Türen zur eigentlichen Oberfläche eines Gemäldes eröffnet, bearbeitet Quayola die Zeit, die wir damit verbringen, Kunst als einen plastischen Gegenstand zu betrachten, als etwas, das geformt und aufgehängt werden kann. Die Betrachtung ist ein Ort, an dem sich die Logik eines Bildes entfaltet, scheinbar aus dem Inneren des Bildes freigelegt.
Quayola wirkt auch häufig bei Musikprojekten mit und hat zusammen mit Komponisten, Orchestern und Musikern gearbeitet, unter anderem mit dem Ensemble Intercontemporain, Vanessa Wagner, Mira Calix, Plaid, Matthias Kispert und dem Nationalorchester von Bordeaux.
2005 wurde ihm an der Londoner Kunstuniversität der Bachelor of Arts verliehen.