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Auflage 2024 - Der Garten als Quelle des Lebens
08

Le jardin pastoral

Festival International des Jardins

Der Garten

Le jardin pastoral setzt eine Lebensquelle in Szene, die auf dem Zusammenleben der Tier- und Pflanzenwelt beruht. Es ist ein Experimentierlabor, in dem duftige Gräser, bunte mehrjährige Pflanzen und naturfarbene Schafwolle sich zu einem Garten der Texturen verweben. In einer Zeit, in der der Fortbestand des Lebenden vom Klimawandel bedroht ist, hängt das Überleben der Pflanzen von ihrer Anpassungsfähigkeit ab. Greift man sich auf altüberliefertes Wissen und lokale Ressourcen zurück, ist es möglich, auf Gartenebene günstige Lebensbedingungen zu schaffen. So hilft die jahrhundertealte Technik des Mulchens der Pflanzenwelt, Klimaschwankungen besser zu überstehen.
Die aus dem jährlichen Scheren hervorgehende Schafwolle, die von Züchtern oft als physischer Abfall und wirtschaftliche Last betrachtet wird, ergibt einen leistungstarken organischen Mulch mit zahlreichen Vorzügen. Wolle ist ein Naturprodukt und biologisch abbaubar und kann 30 % ihres Gewichts an Wasser zurückhalten, ohne dabei feucht zu sein. Außerdem liefert sie Stickstoff und Phosphor für die biologische Aktivität der Böden. Das Tierische und das Pflanzliche vereinigen sich zu einem beständigen Ökosystem. Je nach Bereich und Vegetation des Gartens ist die Wolle unbearbeitet, kardiert oder gefilzt. Blumen werden zum Tummelplatz für Bestäuber, während sich die Vögel ein wenig Wolle nehmen, um ihr Nest zu bauen. Die Feuchtigkeit, die die Wolle am Boden hält, sichert ein Refugium für die Artenvielfalt.

GESTALTUNG

ATELIER SHADAUK -Gala PILLAUD-VIVIEN und Paul DE MARLIAVE, Architekten-, Manon JACOB, Künstlerin und Textildesignerin
FRANKREICH
 
 

Das Atelier Shadauk wurde 2021 von Gala Pillaud-Vivien und Paul de Marliave gegründet, um ihre gemeinsamen Arbeitsweisen und Visionen zu transportieren. Das Atelier mit dauerhaftem Sitz im Kollektiv Non.etoile in Montreuil (Département Seine-Saint Denis, 93) besitzt auch eine Experimentier- und Forschungswerkstatt in Feux im Département Cher (18). Das Atelier interessiert sich für kreative Arbeitsweisen von Menschen im Raum durch Kunst, Design, Architektur und Landschaft. Seit seiner Gründung verfolgt Shadauk eine experimentelle Arbeitsweise an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen mit einem ökologischen, nachhaltigen Ansatz; sie legen Wert darauf, das Material in unmittelbarer Nähe zu bearbeiten und führen die meisten ihrer Projekte von der Planung bis zur Konstruktion in verschiedenen Größenordnungen durch, vom Objektdesign über Szenografien oder künstlerische Installationen bis hin zur transitorischen Stadtplanung. Durch die Organisation von partizipativen Workshops rund um das Thema Bauen legt Shadauk auch einen Schwerpunkt auf die Einbindung der Bewohner/innen: Sie treten in Aktion, um einen Dialog und Begegnungen zu schaffen, zu sensibilisieren und sich gemeinsam vorzustellen, was in einem Gebiet möglich ist.

Paul de Marliave ist Architekt und Designer mit französischer, serbischer und kanadischer Staatsbürgerschaft. Er beginnt seine Tätigkeit in Mexiko, wo er sich auch in Agrarökologie und Tischlerei weiterbildet, ehe er sich in Paris niederlässt, wo er das Atelier Shadauk mitbegründet. Er arbeitet an verschiedenen Einzel- und Gruppenprojekten zwischen Architektur, Kunst, Szenografie und Design.

Gala Pillaud-Vivien ist DE HMONP-Architektin. Nach ihrem Studium an der Nationalen Architekturhochschule Paris Val-de-Seine, wo sie Paul de Marliave kennenlernt, spezialisiert sie sich im Bereich soziale Rehabilitation, indem sie für eine Pariser Architekturagentur (Virtuel) arbeitet. Um einen individuelleren Ansatz zu entwickeln, näher an den Menschen, der Materie und dem Lebenden, gründet sie schon bald zusammen mit Paul das Atelier Shadauk. Ihr Skizzenbuch, das sie täglich begleitet, symbolisiert ihre Arbeitsweise, die auf der aufmerksamen Beobachtung ihres Umfeldes beruht. Seit Jahren interessiert sie sich auch für Landschaft und setzt ihre Überlegungen in ihrem an das Atelier Shadauk angrenzenden Garten im Département Cher in die Praxis um.

Manon Jacob ist Textildesignerin und lebt in Paris und Arles. Zunächst studierte sie an der Kunsthochschule Paris bildende Künste, anschließend Textildesign an der ENSCI-Les Ateliers. Das Malen hat ihr Interesse für Farbe geprägt, das sie nun seit einigen Jahren durch pflanzliche Färbemittel weiterentwickelt hat. Sie erwarb dieses Wissen während ihres Studiums und experimentierte damit. Anschließend vertiefte sie ihre Kenntnisse über Färberpflanzen, landwirtschaftliche Nebenprodukte und so genannte invasive Pflanzen im Atelier LUMA in Arles. Die Farbe steht bei ihrer Arbeit im Mittelpunkt und mischt sich mit dem Wissen über Fasern und Gestaltungstechniken wie Weben und Wirken. Da sie den Wunsch verspürt, lokale Ressourcen aufzuwerten, interessiert sie sich besonders für Wolle und für ihre verschiedenen Anwendungen und Verarbeitungstechniken. Eines ihrer jüngsten Projekte besteht in der Entwicklung textiler Farbmusterpaletten als pädagogische Werkzeuge, um das Färbepotenzial natürlicher Ressourcen und ihre möglichen Anwendungen zu vermitteln. In jüngster Vergangenheit führten sie ihr interdisziplinärer Ansatz und ihr Interesse für das Lebendige in den Garten, wo sie den Dialog zwischen dem Textilen und dem Pflanzlichen vertiefen möchte.

GARTEN UNTER DER PATENSCHAFT VON

Garten erstellt mit Unterstützung von

GCC Centre-Val de Loire

Pépinières Chauviré

Pépinières Chombart

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