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Der Garten

„Vom Vorübergehenden hängt es ab
Ob ich nun Grab bin oder Schatz
Ob ich nun rede oder schweige
Dies hängt nur von Dir ab
Freund, ohne echtes Verlangen tritt nicht ein”.
Paul Valéry
 
Dies ist ein Garten, der sich entdecken lässt. Die Vorstellungskraft wird durch einen beunruhigenden Raum geweckt, in dem sowohl der Blick als auch das Gehör angesprochen sind. Ein Wald mit Purpurweiden hüllt den Passanten in einen pigmentierten Schleier ein, der ihn in einen Strom beruhigender Empfindungen versetzt, während einige fremdartige Töne den Raum durchziehen. Doch was soll man auf diese in die Luft gesprochenen „je t’aime” antworten außer zu lächeln, sich zu erinnern, sich berühren zu lassen und dann zu schlendern. Le Jardin d’Amour (der Garten der Liebe) ist eine einfache Ode an das edelste, aber auch das variabelste und komplizierteste Gefühl, und deswegen kann man sich leicht im Garten verlieren und zwischen den unendlichen errichteten Purpurweiden herumirren.
Le Jardin d’Amour besteht zunächst aus einer Folge von 35 Stimmen, die unentwegt denselben Satz „I love you” in 35 unterschiedlichen Sprachen sagen. Die aufgenommene männliche und weibliche Stimme werden von einer Reihe kurzer Rufe von Vögeln und kleinen Tieren begleitet. Die Sequenz wird so lange wiederholt, wie der Garten geöffnet ist. Wenn man Le Jardin d’Amour betritt, stimmt man diesem emotionalen Gefecht zu, es handelt sich um einen Zwischenhalt vom Alltag, der den Betrachter auf eine Reise ins Ich führt.

Gestaltung

Mathieu DUVIGNAUD, Landschaftsarchitekt, Pierre MARIÉTAN, Komponist und Direktor der Begegnungen Architektur Musik Ökologie und Eléonore COURT, Landschaftsingenieur
FRANKREICH
 

Von links nach rechts: Eléonore Court, Mathieu Duvignaud und Pierre Mariétan

Der diplomierte Landschaftsarchitekt - École Nationale Supérieure de la Nature et du Paysage (2001) - Mathieu Duvignaud beteiligt sich 2000 an der Gründung einer Forschungsgruppe über Kunst und Stadtplanung (Bamagonie), dann arbeitet er im ICOTEM (Labor LARESCO (Forschungslabor zur Unterstützung der Gemeinschaften) an der humanwissenschaftlichen Fakultät), Fachbereich Soziologie in Poitiers, Frankreich. Zurzeit ist er Mitgeschäftsführer der NGO Micro Mundo, die gemeinsam mit dem brasilianischen Kulturministerium audiovisuelle und kulturelle Projekte ausarbeitet. Seit 1996 entwickelt er die Kunst- und Stadtplanungsforschung namens „l’Art du hasard ou un regard sur l'oubli“ (die Kunst des Zufalls oder ein Blick auf das Vergessen). 2009 startet er eine Studie zum Thema Kunst und Technologie – Biofeedart -, deren Ziel die Schaffung eines künstlerischen und pädagogischen Mittels ist, das Körper, Emotionen und Kunst miteinander verbindet. In letzter Zeit vertieft er diese Forschungen über die Werke der Land Art und der Stadtökologie.

Pierre Mariétan studierte am Konservatorium in Genf (1955-1960) Schreiben/Theorie und Diplom des Hornblasens, Diplom eines Leiters eines mehrstimmigen und gregorianischen Chors, am Konservatorium in Venedig (1958-1960) Orchesterleitung und an der Hochschule für Musik in Köln (1960-1962) mit B.-A. Zimmermann Komposition, an der Musikakademie in Basel (1961-1963) mit P. Boulez und an der Rheinischen Musikschule in Köln (1964-1965) mit K. Stockhausen, Gottfried Michael Koenig und H. Pousseur. Er unterrichtete von 1969 bis 1988 an der Pariser Universität (I und VIII) sowie 1993 an der Ecole d'Architecture de Paris la Villette. Er gründet 1979 das LAMU (Laboratoire Acoustique et Musique Urbaine de l'Ecole d'Architecture de Paris La Villette) und ist seit 1990 dessen Direktor. Außerdem leitet er Programme, die vom Kulturministerium und vom Ministerium für Infrastruktur in Auftrag gegeben wurden. Er komponierte über 200 Werke mit den unterschiedlichsten Klangquellen (instrumental, orchestral, elektronisch, vokal...), die bei zahlreichen Konzerten und Festivals der klassischen und neuen Musik gespielt werden, und realisierte zahlreiche zeitweilige oder dauerhafte akustische Installationen / Anlagen.

Eléonore Court ist Landschaftsingenieur - École Nationale Supérieure de la Nature et du Paysage. Sie arbeitete als Beauftragte für Landschaft und Stadtplanung im Naturpark Millevaches im Limousin und dann zwei Jahre selbständig in Rom. Heute ist sie im Bereich der Ausbildung und Eingliederung im Institut de l'Ecologie en Milieu Urbain (IDEMU) und in den Jardins Passagers (vergänglichen Gärten) in La Villette tätig. 

GARTENPFLANZEN

Geranium 'Tiny Monster'
Geranium macrorrhizum
Geranium phaeum 'Samobor'
Salix sepulcralis 'Chrysocoma'