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Ausgabe 2018 - Gärten der Gedanken
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Le chemin de Mélété

Der Garten

Wie kann man die Besonderheit des Menschen zeigen, sensibel und mit Vernunft ausgestattet sein? Wie kann man diese unsichtbare Erfahrung zeigen, die in jedem von uns schlummert? Wie kann man bildlich die Windungen suggerieren, die unser Geist zeichnet, welcher unaufhaltsam von seiner Umwelt gefordert wird?
Diese Fragen versucht dieser Garten zu beantworten, indem er ein körperliches Erlebnis anbietet, das den Werdegang unseres Geistes widerspiegelt; einen Weg, auf dem Ideen hervorsprudeln, Gefühle und Gedanken; träumerische Gedanken, strukturierende Gedanken, verrückte Gedanken und melancholische Gedanken.
Diese durch spezielle Pflanzenformen und –Verbindungen dargestellten Seelenzustände scheinen uns zu bestürmen und zu überwältigen, je weiter wir in den Garten vordringen.
Der vom wohlwollenden Schutz der griechischen Muse für Übung und Meditation, Metete, geleitete Besucher steigt auf eine Art Landzunge hinauf, wie ein Einsiedler, wo er dazu aufgefordert wird, Abstand zu gewinnen und die Dinge von oben zu betrachten.
Sich Zeit nehmen für einen Gesamtüberblick und eine vergleichende Sichtweise, sich von den Schändlichkeiten des Geistes befreien und sich isolieren - unerlässliche Schritte für den Besucher auf dem Weg der Gedanken. Denn auch dazu dienen Gärten.

GESTALTUNG

Oriane GUILLEMET, Ingenieurin in Landschaftsgestaltung, und Maeva DEPARIS, staatliche Architektin
FRANKREICH
 

Oriane Guillemet erhielt 2010 den Ingenieurtitel für Landschaftsgestaltung nach einem Studium für ein deutsch-französisches „Doppeldiplom“: die Hälfte ihres Studiums absolvierte sie an der Ingenieurhochschule für Gartenbau- und Landschaftsgestaltung von Angers, das in erster Linie Pflanzenwissenschaft und Projektverwaltung betraf, und die andere Hälfte fand an der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf statt, wo es um die Gestaltung städtischen Raums bzw. von Stadtgebieten ging. Ende 2017 gründete sie ihr eigenes Landschaftsgestaltungsbüro, nachdem sie sieben Jahre in einer Pariser Agentur gearbeitet hatte, wo sie eine Philosophie über Design und die Gestaltung freier Räume aufbauen, aber auch Erfahrungen in der Bauleitung bei der Baustellenbetreuung sammeln konnte.

Maeva Deparis ist staatliche Architektin HMONP (d.h. mit Berechtigung zur Bauleitung im eigenen Namen), die 2010 und 2015 ihre Diplome an der Nationalhochschule von Paris-Belleville erwarb. Während ihres Studiums nahm sie ein Jahr lang an einem Austausch in Santiago de Chile an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität von Chili teil. Seitdem hat sie in verschiedenen Pariser Architekturbüros an Wohnungsbauprojekten sowie Projekten für öffentliche Einrichtungen und Flächen gearbeitet. 2014 begegnete sie Oriane Guillemet, mit der sie vor allem ihre Leidenschaft fürs Tanzen verbindet. Beruhend auf diesem guten Einvernehmen beschlossen sie, 2017 an der 27. Ausgabe des Internationalen Gartenfestivals von Chaumont-sur-Loire teilzunehmen.