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Auflage 2022 - Ideale Garten
16

Dans un jardin d’illusions

Festival International des Jardins

Der Garten

Woraus besteht ein idealer Garten? Aus Blumen, natürlich! Aber auch aus Schatten, aus kühler Luft, aus dem sanften Rascheln der Blätter im Wind… Noch etwas? Warum nicht aus einem Berg und aus dem Spiegelbild des Himmels?
Dieser Garten inspiriert sich sowohl an einem Gemälde von Monet, an dem berühmten chinesischen Gemälde Nachtszenen in Xiaoxiang und an der Zen-Darstellung eines Mannes, der neben einem Reiher in einem Kreis aus Bambusrohr liegt, und lässt die westlichen mit den östlichen Illusionen verschmelzen. Er öffnet das Tor zur Fantasie.
Der Rundweg ist von einem blühenden und rundum impressionistischen Außenpfad gesäumt. Er schlängelt sich um ein durchbrochenes Gefüge, das die Silhouette eines chinesischen Bergs trägt, und führt mitten in das Zen-Zentrum des Gartens. Diese drei verschiedenen Bereiche vermischen sich optisch und geben eine Antwort auf die Suche nach einer integrierenden Philosophie.
In der Philosophie des Taoismus stellt der Ring, der keinen Anfang und kein Ende hat, das Universum, die Natur, die Ewigkeit und die Harmonie dar – alles zusammen. Während es in unserer schnellen, komplexen Welt so leicht ist, sich zu verlieren, führt uns der ideale Garten zu Einfachheit, Unverfälschtheit und Gelassenheit zurück.
Eine ausgewogene Beziehung zwischen Mensch und Natur stellt somit die Gegenwart wieder her. Der Schweizer Philosoph Alain de Botton begibt sich in einen Garten der Illusionen und erläutert in seinem Werk Glück und Architektur: „Ein Eindruck von Schönheit verrät, dass wir auf einen materiellen Ausdruck einiger unserer Vorstellungen von einem guten Leben gestoßen sind.“

GESTALTUNG

ILLIMITÉ ARCHITECTES -LIU Xiangcheng, Architekt und Stadtplaner-, ZHANG Yiyang, Landschaftsarchitektin, GUO Xiaoxi, Architektin
FRANKREICH / CHINA
 
 

Lui Xiangcheng, Architekt und Stadtplaner. 2018 gründete er das Büro Illimité Architectes in Shanghai und eröffnete 2021 ein Büro in Paris. Fünf Jahre lang war er Chefarchitekt bei der Tongji Architectural Design Group in Shanghai. Er besitzt umfassende Erfahrung in der Planung und Durchführung von Stadt- und Architekturprojekten. Seine Ausführungen umfassen insbesondere den Sitz von Huawei, Shenzhen (2018, 180 000 m²), das Große Theater von Chifeng (2017, 80 000 m²), die Universitätsstadt von Chengdu (2020, 500 000 m²), die Renovierung des Hotels Hengshan, Shanghai (2019, 30 000 m²), das Bürgerkulturzentrum von Yungang, Datong (2021, 100 000 m²), die Cadre Training Base in Zuoquan, Jinzhong (2020, 4 000m²), den urbanen Bildungskomplex von Gaobeidian (2019, 200 000 m²), den Creative Park Urban Renewal in Shanghai (2018, 16 000 m²) und den Firmensitz der Railway Construction Group von Lingang, Shanghai (2019, 50 000m²). Er machte den ersten Preis beim Shanghai Excellent Survey and Design Award 2020, war Außergewöhnlicher Architekt des Jahres 2019 und gewann den Best Original Award 2018. Seine einzigartige Laufbahn verschafft ihm eine globale, interkulturelle und interdisziplinäre Vision. Er nutzt kreativ die Theorie der Resilienz für eine multidisziplinäre - urbane, wirtschaftliche, soziale und letztendlich ökologische Integration, um die urbanen und architektonischen Probleme in verschiedenen Größenordnungen zu lösen. Er hat einen Master in Architektur der Universität in Tongji, einen Master in Stadtplanung der École d’Architecture in Paris-Belleville und einen auf Stadt- und Immobilienmanagement spezialisierten Master (MS MUI) der ESSEC Business School.

Zhang Yiyang, an der Universität Tongji in Shanghai und dann an der ENSA Paris Belleville ausgebildete Landschaftsarchitektin, hat sich als Projektbeauftragte in verschiedenen Pariser Büros weiterentwickelt. Sie hatte Gelegenheit an Projekten verschiedener Größenordnungen mitzuarbeiten, von einem temporären Garten mit 1200m² für die internationale Gartenausstellung in China bis hin zu öffentlichen Bereichen mit 40 Hektar Fläche in der Art eines städtebaulichen Erschließungsgebietes in Frankreich. Anhand ihrer vielseitigen Laufbahn hat sie eine Arbeitsmethode entwickelt, die ein Projekt in seinem urbanen Kontext beurteilt, es gleichzeitig in ein Ökosystem integriert und eine besondere Ästhetik schafft. Einen narrativen und evolutionären Raum zu schaffen, ist das Ziel ihrer Kreationen. Zwei philosophische Prinzipien liegen ihrem Design zugrunde: die Verbindung und Interaktion zwischen Werk und Nutzer bedenken, die einzigartige Geschichte des Ortes schätzen und sie in ihrem ursprünglichen Geist an die Zukunft anpassen. Sie lässt sich von der Natur, Kunstwerken und sogar von Musik inspirieren. Sie schöpft Kreativität aus der chinesischen Kultur, die sie dann in einem Design zum Ausdruck bringt, das durch westliche Methoden entsteht.

Guo Xiaoxi, Architekt. Master der Architektur der Universität Tongji, Master der Architektur der Universität Pavia, Italien, Doktorandin in Architektur an der Universität Tongji. Sie erhielt den Graduation Design Award, den Habitat Academic Year Award und den Excellent Architectural Design Award des Vorstands sowie den Taiwan Team 20 Cross-Strait Architecture and Planning Newcomer Award. Sie hat sich auf die Geschichte und die Theorie der chinesischen Architektur (seit 1919) spezialisiert. Sie hat mehr als 10 Artikel in internationalen Magazinen veröffentlicht und hat an sechs Zusammenstellungen von Architekturmonographien mitgewirkt.