Vincent Mauger arbeitet an einer Problematik, die sich auf die Suche nach Materialisierung, auf die Konkretisierung dessen konzentriert, was ein „geistiger Raum” sei. Unter einem „geistigen Raum” versteht er sowohl den Aufbau von Gedanken, die sich angesichts eines Raums oder Ortes entwickeln, als auch die virtuellen Welten und mathematischen oder schematischen Konstruktionen, die erstellt wurden, damit sich jeder in einen nicht existierenden oder fernen Raum projizieren kann.
Häufig konfrontiert er einen realen Raum, den Ausstellungsraum, mit der Darstellung einer geistigen Wahrnehmung eines anderen Raums. Ausgehend von gewöhnlichen Baumaterialien baut er Landschaftsdarstellungen neu auf, die sich der Bildsynthese oder mathematischen und schematischen Konstrukten nähern. Mit virtuellen oder wissenschaftlichen Bildgebungstechniken führt er reale und konkrete Konstruktionstechniken parallel zusammen. Die Grundsätze zur Zusammenfügung von Teilen bleiben erkennbar: der Betrachter kann sie mental erobern und sich vorstellen, die Konstruktion fortzusetzen bzw. ihre Konfigurierung zu ändern.
Die Skulpturen werden aus einfachen Materialien hergestellt: Holz, Stoff, Fliesen, Kunststoff- und Metallrohre. Diese Materialien bleiben identifizierbar, aber die Art, sie zu verwenden, schafft einen Unterschied im Hinblick auf ihr gewöhnliches Aussehen. Diese Skulpturen stellen eine Art Entwurf dar, Skizzen, die sich im Raum entfalten. So entdeckt man im Inneren eines Gebäudes Bruchstücke von Landschaften, in gewisser Weise Verlängerungen des Raums, die sowohl geistigen Bilder als auch Orten, die zum Nachdenken einladen, eine Gestalt geben.