Künstlerischer Ansatz
Vincent Barré, Architekt, Bildhauer und Filmemacher, ist ein Künstler mit einer vielfältigen Ausdrucksweise, der sich gerne in die Geschichte des Denkens und Schaffens einfügt und sein Werk als Echo auf vergangene Zeitalter und Zivilisationen versteht.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Werkstätten und Metallgießereien bearbeitet Vincent Barré zahlreiche Materialien wie Eisen, Aluminium, Bronze, Sandstein oder Gummi, und kreiert Skulpturen von oftmals monumentaler Größe, deren Ausgefallenheit Aufsehen erregt. Als ewiger Architekt interessiert er sich für die Umgebung, in die seine Werke Einzug halten, für alles, woraus sie besteht und womit er seine Werke zusammensetzen kann. Mit seinem Gespür untersucht er das Leben ringsherum und seine Geschichte, um für jeden Ort eine eigene Gedankenwelt hervorzubringen.
So erklärt Vincent Barré seine neue Installation für die Domaine mit dem Titel Fûts: „Eine gebogene lange Linie durchquert den offenen Bereich des Parks wie eine Art anonymes Zeichen, rätselhaft an diesem geschichtsträchtigen, künstlerisch geprägten Ort. Was sagt es uns? Vielleicht etwas über die Flüchtigkeit unseres Vorübergehens, über die Zurückhaltung, die ein imposanter Ort uns auferlegt, oder ganz einfach über meine Vorliebe für Diskretion. Ein Sicheinfügen in die Landschaft ohne Gewalt, ohne deplatzierte Bekräftigung. Diese lange Linie, die da im Gras gespannt ist, besteht aus fünf leicht kegelförmigen, verschachtelten Elementen; ein Vieleck am einen Ende, ein Kreis am anderen: einfacher Entwurf für eine komplexe Form. Die Schachtelelemente sind mit heißem Draht aus ein und demselben Styroporblock ausgeschnitten, ehe sie in die Gießerei gegeben wurden, die die fragilen Formen in Eisenschäfte verwandelte. Das Zittern der Hand, die den Draht hält, das Schwingen des Wechselstroms verleiht dem Material Rillen, die an die Adern eines Baumes erinnern. Fûts erinnert an die Lebendigkeit des Baumes, an die Schlichtheit aufgereihter Holzklötze fürs Sägewerk und an die Nutzung durch den Menschen. Meine Bildhauerei, die in erster Linie abstrakt ist, suggeriert oftmals etwas Körperliches, Lebendiges, das zum Kontakt, zum Anfassen, zum Streicheln einlädt, das dazu einlädt, sich hinunterzubeugen und sich hinzusetzen. Im Historischen Park begleitet diese warme, dunkle Form das leichte Relief der Wiese und tritt in Dialog mit dem anderen Gusseisenensemble Chaos am Rand der Anhöhe über der Loire.“
BIOGRAPHISCHE ANGABEN
FRANKREICH
Vincent Barré, 1948 in Vierzon in Frankreich geboren, absolvierte sein Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Art in Paris. Als Schüler des großen Architekten Louis Kahn promovierte er außerdem in Städtebau und erlangte ein Architekturdiplom. Bis 2011 unterrichtete er an der École des Beaux-Arts in Paris. Er lebt und arbeitet als Pendler zwischen Saint-Firmin des Bois (Departement Loiret) und Paris.
Sein Werk wird von der Galerie Corkin in Toronto (Kanada) vertreten.