Künstlerischer Ansatz
In seinen geschaffenen Werken in Chaumont-sur-Loire spielt Tadashi Kawamata mit den Größenverhältnissen und bietet den Besuchern die Erfahrung eines völligen Eintauchens in die Natur und eines neuen Verständnisses von Landschaft.
Tadashi Kawamata hat drei Hütten in die Bäume des Parks des Schlosses Chaumont-sur-Loire gebaut. Jede dieser kleinen hoch gelegenen Hütten ist anders gestaltet, je nach dem Baum, der sie beherbergt. Jede dieser Anlagen weckt den Wunsch nach einem regelrechten Eintauchen in die Natur und Landschaft.
BIOGRAFISCHE ANGABEN
Tadashi KAWAMATA
JAPAN

Tadashi Kawamata ist ein bildender Künstler aus Japan, geboren 1953 auf der Insel Hokkaido. Heute lebt und arbeitet er in Tokio und in Paris.
Er hat sich in der japanischen und internationalen Kunstwelt sehr schnell durchgesetzt. Im Alter von 28 Jahren wurde er 1982 als junger Absolvent der Kunsthochschule von Tokio bereits in den japanischen Pavillon der Biennale von Venedig eingeladen. Seither wird er in der gesamten Welt tätig und führt große Projekte durch, die sich immer im Einklang mit der Umgebung befinden.
Sein Werk bietet eine Reflexion über den gesellschaftlichen Kontext und die menschlichen Beziehungen. Wenn er am Rande der Städte Montreal, New York oder Tokio Hütten aus wiedergewonnenen Materialien (Holz, Karton) erstellt, spielt er damit auch an die Armenviertel und Obdachlosen an. Personen aus sozial schwierigen Verhältnissen wurden auch an dem Projekt eines Steges in Alkmaar, der das Zentrum für Wiedereingliederung mit der Stadt verbindet, beteiligt. In jedem Projekt umgibt sich der Künstler mit Studenten, Ortsansässigen und anderen Gruppen, die er an der Montage und Durchführung des Werks beteiligt.
Die Themen des Städtebaus bilden die Ausgangsbasis seiner Arbeit. Baustellen und Abbrucharbeiten, die Zwischenzonen, die im urbanen Raum bestehen, werden vom Künstler neu erschlossen, der für seine Konstruktionen die vor Ort vorhandenen Materialien (Stühle, Boote, Gerüste) in „recycelter“ Form wiederverwendet. In Kassel beispielsweise gab er den Bewohnern der Stadt anlässlich der Documenta VIII 1987 eine Kirche wieder, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und beim Wiederaufbau der Stadt vernachlässigt wurde. Die Zeit als Indikator von Größe oder Verfall eines Monuments bzw. einer Stätte stellt ein Schlüsselelement seiner Arbeit dar.
Seine Interventionen stellen die Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart wieder her, offenbaren die unsichtbare affektive Seite der Dinge, aber auch ihre materielle Wirklichkeit. Die Aufteilung der Arbeit und die Reflexion über die Lebensgemeinschaft, die jedes seiner Projekte bewegt und begründet, fördern das Erwachen dieser Erinnerung.
Tadashi Kawamata wird von der Galerie Kamel Mennour (Paris) vertreten.