Künstlerischer Ansatz
Das 2002 für die Eröffnung des Palais de Tokyo in Paris enthüllte Werk Island of an Island (1999-2001) ist das erste bedeutende Werk von Melik Ohanian. Es stellt die Entstehung der Insel Surtsey vor Island dar, die 1963 nach einem untermeerischen Vulkanausbruch aufgetaucht ist - dieses kleine Stück Land, das der internationalen Gemeinschaft der Wissenschaftler unterstellt wurde, wird ein bevorzugtes Observatorium für das Studium, wie Leben entsteht.
Seitdem hat Melik Ohanian nie aufgehört, unsere Beziehung zur Welt, zur Erinnerung, zur Zeit, zum Raum zu hinterfragen. Seine Gedanken gibt er in zahlreichen Medien wieder (Fotografien, Filme, Videos, Installationen…). Sein Werk ist komplex, anspruchsvoll, geprägt von Philosophie, wissenschaftlichen Methoden, Forschungen. Es kann wie eine Ideenschmiede verstanden werden, die andere Hypothesen anbietet. Seine subtilen, eindringlichen Anordnungen versetzen den Betrachter in eine Situation „intensiver phänomenologischer Erfahrungen”.
Stuttering (auf Deutsch „Stottern") ist eine Serie von Fotografien, die im botanischen Garten von Palermo aufgenommen wurden. Auf einem Plasmabildschirm - wie Leuchtkästen - präsentiert, bewirkt jedes Foto, das bei der Aufnahme erneut mit einem anderen Fokus gemacht wurde, eine Art optischer Oszillation, eines Bebens. Ein „Stottern” des Bildes, das unser Sehfeld trübt und an den Herzschlag oder das Beben der Natur erinnert.
BIOGRAFISCHE ANGABEN

Melik Ohanian wurde 1969 geboren und lebt zwischen Paris und New York. Er machte sein Diplom an der École des Beaux-Arts in Montpellier (1988), der École Nationale des Beaux-Arts in Lyon (Höheres Diplom für bildende Künste Kunst und Medien, 1993; Post-Diplom Kunst und Medien, 1994).
2004 vertritt er Frankreich bei der 26. Biennale in São Paulo. Er nahm 2004 an den Biennalen in Sydney, Berlin und Pontevedra, 2005 an der 8. Biennale in Lyon und der Biennale in Moskau, 2006 an den Biennalen in Gwangju (Korea) und Sevilla, 2007 an der Biennale in Göteborg und der 52. Biennale in Venedig, 2011 an der Biennale in Schardschah (Vereinigte Arabische Emirate) teil …
2008 wurde an 15 Orten der Region Ile-de-France gleichzeitig sein Projekt From the Voice to the Hand gezeigt (Le Plateau/ FRAC Ile de France, MAC/VAL, Abtei Maubuisson, CentQuatre, Yvon Lambert…). 2013 wurde Melik Ohanian eingeladen, das Monument des Völkermords an den Armeniern (Les réverbères de la mémoire) in einem Park in Genf auszuführen. Seine Arbeit wurde im Centre Régional d’Art Contemporain Languedoc-Roussillon Sète (Kuratoren Noëlle TISSIER & Ami BARAK. Sommer 2014) ausgestellt.
Er wird von der Galerie Chantal Crousel, Paris vertreten.