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Kunstsaison 2016

Marc Couturier

"Tremblement de ciels"

Démarche artistique

Er ist ein wahrer Poet und versteht es, etwas Wunderbares, das man in der Regel nicht sieht, zu sehen und zu zeigen. Als unermüdlicher Beobachter des Alltäglichen kann er für das bloße Auge unsichtbare Zeichen und Analogien sehen und, besser als andere, faszinierende geheime Zusammenhänge zwischen den Dingen entschlüsseln.

Marc Couturier empfängt uns in der Domaine mit einem über dem Rasen schwebenden „Himmelsbeben“, einer aus Samba-Holz geschnitzten und mit Gold, für den Künstler das „Fleisch der Götter“, überzogenen Klinge.

Der Künstler schwärmt von Aukuben, in denen er eine subtile Verschmelzung von Pflanzen mit Sternen sieht. Indem er die Sterne auf ihren gesprenkelten Blättern betrachtet, erkennt er hier Sternennebel, welche den Kosmos widerspiegeln, und behauptet, dass es durch all diese pflanzlichen Sterne Millionen von Sternen auf der Erde gibt, und – wer weiß – vielleicht sogar mehr hier unten als im Himmel. So „kommt [seiner Ansicht nach] der Himmel zur Erde hinunter, und die Erde wird zum Himmel“.

Marc Couturier lädt uns mit seinen Buntglasfenstern, einer Sitzgelegenheit, einem Teppich und anderen mythischen Zeichen, die im Hof des Bauernhofes, am Wasserbassin (Pédiluve) und auf der Eselsgehege (Asinerie) verstreut sind, zu besinnlichen Stunden ein, die mit dieser gewöhnlichen und zugleich auch außergewöhnlichen Pflanze verbunden sind.

Er wird jedoch auch im Schloss goldene Klingen, mysteriöse Fässer und stimmungsvolle grüne Lachen, Spiegelbilder des Himmels, geheime Spiegel und bezeichnend für den Sternenhimmel, installieren.

BIOGRAFISCHE ANGABEN

Marc COUTURIER
FRANKREICH
 

Marc Couturier au Domaine de Chaumont-sur-Loire, 2016 - © Éric Sander

Marc Émile Léon Couturier wird 1946 in Mirebeau-sur-Bèze im Departement Côte-d’Or geboren. Er lebt und arbeitet in Paris.
Marc Couturier wurde durch seine Arbeit an den „Barques en lévitation“ (Schwebende Barken) bekannt. Anfang der 90-er Jahre kam ihm die Idee zum Konzept des „tedressement“: unter diesem Begriff hat Marc Couturier Werke zusammengefasst (die nicht vom Menschen geschaffen wurden, in altgriechischer Sprache Archeiropoeita), deren Form zufällig an Gestalten und Landschaften erinnert, die leicht zu erkennen sind. Er zeigt sie uns, ohne sie zu verändern. Ein Aukuba-Blatt wird zu einem Buntglasfenster, eine Gipsplatte wird zum „Redressement“ (Aufrichtung), ein Spaziergang durch Amiens führt zur Entstehung von „Cabochons“ („Nagelköpfe“, Form mit gewölbter Ober- und flacher Unterseite), eine virtuelle Belebung von Elementen der Architektur, und ein Duell von Fässern, gefunden in einem portugiesischen Weinlager, bilden eine einfache Skulptur, die Darstellung und Verdeutlichung von Bruchstücken des Duells in „Teatrini“ werden zu einer Einheit von kleinen Landschaften…
Parallel dazu schafft er ein von Menschenhand gemachtes Werk, was zur Betrachtung oder zu weiteren Reisen einlädt: die „Klingen” (Lames) aus Samba, mit Blattgold überzogen, wurden in die Wände geschlagen, (Ausstellung „Formes simples” - Einfache Formen, Centre Pompidou in Metz, Juni 2014) ; die „Dessins du troisième jour” - Zeichnungen vom dritten Tag, Bleistiftzeichnungen auf Papier oder mit Reingraphit auf riesigen Wall drawings (Musée de la Chasse et de la Nature, 2012 / Palais de Tokyo, Ausstellung „Inside”, Oktober-November 2014) erinnern an die Schöpfung in der Genese ; die Silberstiftzeichnungen, auf vorbereiteter Leinwand oder auf Wall drawings umgesetzt (MUDAM, Luxemburg / Ausstellung „Traces du Sacré” - Spuren des Geistigen, im Centre Pompidou, 2008) und zuletzt die Pastellmalereien.
Die Arbeiten von Marc Couturier werden in großen öffentlichen und privaten Sammlungen ausgestellt. Er hat die Buntglasfenster für die Kirche Eglise Saint-Léger in Oisilly (Departement Côte-d’Or) angefertigt, ein „Croix et Gloire“ (Kreuz und Herrlichkeit) für den Chorraum der Kathedrale Notre-Dame de Paris, den Altar der Kirche von Saint-Denis du Saint-Sacrement im Pariser Stadtteil Marais, das Werk “Tremblement de ciel” („Himmelsbeben“, 26 m - 17 Tonnen – mit Blattgold verziert), im Palais de Tokyo und im Bereich des Centre Pompidou Metz errichtet…

ÖFFENTLICHE SAMMLUNGEN

  1. National Fund for Contemporary Art, Puteaux, France
  2. Cartier Foundation for the Contemporary Art, Paris, France
  3. Alsace regional contemporary art fund, Sélestat, France
  4. Auvergne regional contemporary art fund, Clermont-Ferrand, France
  5. Ile-de-France regional contemporary art fund, Paris, France
  6. Limousin regional contemporary art fund, Limoges, France
  7. Pays-de-Loire regional contemporary art fund, Carquefou, France
  8. Picardie regional contemporary art fund, Amiens, France
  9. Rhône-Alpes regional contemporary art fund, Lyon, France

AUSGEWÄHLTE EINZELAUSSTELLUNGEN

2015
Simple Forms: Contemplating Beauty, Mori Art Museum, Tokyo, Japan
L'Aleph, Musée du Quai Branly, Paris, France
 
2014
Formes simples, Centre Pompidou, Metz, France
Inside, Palais de Tokyo, France, France
 
2013
Musée Imaginaire de Jean De Loisy, Palais de Tokyo, Paris, France
 
2012
Le 3ème jour, Musée de la chasse et de la nature, Paris, France
 
2006
Galerie Praz-Delavallade, Paris, France
 
2005
Galerie Yves Iffrig, Strasbourg, France
 …Et le marais sanglote, Monastère royal de Brou, Bourg-en-Bresse, France
 
2004
Lithos art contemporain, Saint-Restitut, France
Galerie Stéphane Ackermann, Luxembourg
 
2002
Interface, Galerie Barnoud, Dijon, France
La Méditation des marges, Galerie Praz-Delavallade, Paris, France
 
2001
Secrets, Musée national des Arts d’Afrique et d’Océanie, Paris, France
La Synagogue, Centre d’art contemporain, Delme, France
FIAC, Galerie Praz-Delavallade, Paris, France
 
2000
Casia Francia Brasil, Rio de Janeiro, Brazil
 
1999
Galerie Praz-Delavallade, Paris, France
 
1998
Galerie Praz-Delavallade, Paris, France
 
1997
Les peintures du Mont Bégo seraient de simples lichens, Centre d’Art du Crestet, Vaison la Romaine, France
 
1996
Fondation Cartier pour l’art contemporain, Paris, France
Installations extérieures des Dessins du troisième jour, réalisés pour le Temple Toji, Kyoto, Japan
Quel jour sommes-nous ?, FRAC Picardie, Amiens, France
 
1995
Temple Toji, Kyoto, Japan
Galerie Mitsuma, Tokyo, Japan
 
1994
Entrepôt Leydet, Paris, France
Centre d’art contemporain de Vassivière en Limousin, France
Galerie In Khan, New-York, USA
Galerie Claudine Papillon, Paris, France
Galerie Saint-Séverin, Paris, France
 
1993
Galerie Plessis, Nantes
Les Dessins du troisième jour, Fondation Cartier pour l’art contemporain, Jouy-en-Josas, France
 
1992
Galerie Claudine Papillon, Paris, France
FRAC Alsace, Strasbourg, France
Art Frankfurt, Galerie Michel Vidal, Germany
 
1991
Galerie Michel Vidal, Paris, France
Galerie Gisèle Linder, Basel, Switzerland
 
1990
FRAC des Pays de la Loire, La Garenne Lemot, Clisson, France
Galerie Andata/Ritorno, Genève, Switzerland
Centre d’art contemporain de Vassivière en Limousin, France
 
1989
Galerie Michel Vidal, Paris, France
 
1988
Le Creux de l’Enfer, Centre d’art contemporain, Thiers, France
 
1987
Ateliers en liberté, Fondation Cartier pour l’art contemporain, Jouy-en-Josas, France
 
1984
Maison des Arts, Belfort, France
Musée du Prince Murat, Château de Nointel, Nointel, France