Künstlerischer Ansatz
Die Arbeit von Lee Bae verbindet die Wahrnehmung von Materie und Licht, den Widerspruch von schwarz und weiß, und regt zum Nachdenken über die Zeit an. Seine Vorgehensweise betrifft zugleich die Performance, die Malerei und die Zeichnung. Seine Arbeit ist einer koreanischen Kunstbewegung verschrieben, die in Frankreich wenig bekannt ist: der „Dansaekhwa”, die für eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur kämpft, wobei gleichzeitig die Bedeutung des körperlichen Engagements beim kreativen Akt unterstrichen wird. Seit mehr als zwanzig Jahren jongliert Lee Bae mit verschiedenen Materialien, um eine einzigartige Denkweise über die Zeit zu unterbreiten und die inneren Landschaften seiner Jugend in Südkorea wiederzufinden.
Die Holzkohle, ein fester Bestandteil seiner Werke, erinnert ihn an sein Heimatland. Wenn man in seiner Heimat für die Fundamente eines Hauses eine Baugrube aushebt, stößt man zuerst auf Holzkohle. Wenn ein Kind geboren wird, teilen das die Koreaner über ein Stück Holzkohle mit, das an einer Schnur an der Tür befestigt wird. Die Holzkohle ist auch mit dem Feuer verbunden, einem Symbol für Energie und Tatkraft. Aus all diesen Gründen fertigt Lee Bae Holzkohleskulpturen an, bei denen verbrannte Äste zu mysteriösen und sensiblen Elementen werden, wobei sie seltsamerweise gleichzeitig an das Gepäck eines Migranten erinnern…
Seine gesamten Werke an Bildern und plastischen Arbeiten sind ein Energie-Konzentrat voller Spiritualität, in dem der Künstler stets seine Wurzeln sucht.
Die Installation von Lee Bae mit Gemälden und Skulpturen bekommt in der Reitbahn ihren Platz.
BIOGRAFISCHE ANGABEN
Lee Bae au Domaine de Chaumont-sur-Loire, 2016 - © Éric Sander