Künstlerischer Ansatz
“Giuseppe Penone ist einer der größten heutigen Bildhauer. Seine Arbeit ist ausschließlich der Natur zugewandt, der tiefen und einzigen Quelle der Inspiration für diesen gewaltigen Künstler, der insbesondere von Bäumen fasziniert ist, deren Rätsel und Stärke er besser als jeder andere sieht, hervorhebt und rekonstruiert. Er mag ihre Äste, die Blätter, die Nadeln, er nimmt Schösslinge, das Dickicht und die Hochwälder genau unter die Lupe. Seine Arbeit ist ein Liebeslied an die Schönheit der Bäume. Als unermüdlicher Beobachter der Wälder erkennt er die für das bloße Auge unsichtbaren Botschaften, die unterirdischen Kräfte, die im Holz liegende Energie, und stellt diese dar.“ Chantal Colleu-Dumond
Die von ihm angeschnittenen Themen hinterfragen hauptsächlich den Menschen und die Natur sowie die Zeit, wie die Wandlung der Elemente, die Bewegung, die Prägung und die Schönheit der Formen. Seine Werke sind außerdem durch die Verwendung bestimmter Materialien gekennzeichnet, wie Holz, Marmor, pflanzliche Harze oder Bronze.
„Der Baum ist ein flüssiger Stoff, den man gestalten kann. Die wichtigste Komponente ist die Zeit: der Mensch hat eine andere Lebenszeit als der Baum; wenn man einen Baum anpacken würde und die Beständigkeit hätte, sich jahrelang nicht zu bewegen, würde der von der Hand ausgeübte ständige Druck den Baum im Prinzip verändern.“ Giuseppe Penone
Der Künstler, der 2012 bereits mit einer spektakulären Skulptur, dem Baumkunstwerk Idea di Pietra, und einem mehrjährigen Garten mit dem Titel Arbre-chemin (Baumweg) in einem kleinen Wäldchen in Chaumont-sur-Loire präsent war, hat sich ein neues Werk aus Bronze ausgedacht, das dieses im Historischen Park bereits geschaffene stimmungsvolle Labyrinth wieder aufgreift.
BIOGRAFISCHE ANGABEN
Giuseppe Penone au Domaine de Chaumont-sur-Loire, 2012 - © Éric Sander
Giuseppe Penone wird am 3. April 1947 in Garessio in Italien geboren und stammt aus einer Händler- und Bauernfamilie. Er war von 1997 bis 2012 Professor an der école Nationale des Beaux-Arts von Paris. Heute lebt und arbeitet er sowohl in Frankreich als auch in Italien.
Ende der 60-er Jahre schließt er sich der Land-Art- und der Arte-Povera-Bewegung an, deren Denken rebellisch und gegen die Moderne ist. Neben anderen Künstlern der Arte Povera ist er einer der symbolischen Persönlichkeiten der italienischen Kunst der 60-er Jahre. Man findet seine Werke in den größten zeitgenössischen französischen und internationalen Kunstausstellungen (Centre Pompidou, Musée d’Art moderne von Saint-Étienne, MoMA…).
Bei einer großen Retrospektive im Pariser Centre Pompidou sind seine Arbeiten 2004 vertreten und im Sommer 2013 in den Schlossgärten von Versailles, wo er mit seinem Projekt „Versailles Penone“ einen großen Erfolg erlebt. Von November 2014 bis Februar 2015 präsentierte er im Museum von Grenoble eine große monographische Ausstellung.
Giuseppe Penone wird von der Galerie Marian Goodman vertreten.