Künstlerischer Ansatz
Der Bildhauer und Fotograf François Méchain liebt die Natur. Im Freien oder an den Wandleisten der Galerien und Museen lebt sein Werk vom philosophischen, poetischen, aber auch politischen Nachdenken über die Belange der Umwelt in unserer Zeit. Nach seinen Werken L'Arbre aux Couteaux im Reitstall und L’Arbre aux Échelles, eine subtile, feenhafte Installation im Park der Domaine, zeigt er dieses Jahr eine neue Skulptur …Durban… in der Bienenscheune.
„Als Metapher für die Leiden der Wälder auf der ganzen Welt, Opfer intensiver Rodungen, zeigt dieser Baum weitgehend unsere Unfähigkeit, echte politische und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Die beunruhigenden Gutachten über den Allgemeinzustand der physischen Welt häufen sich seit Jahrzehnten auf den Schreibtischen der Minister und es finden endlose Konferenzen oder Gipfel über die Erde statt (Rio de Janeiro 1992, Kyoto 2005, Kopenhagen 2009, Durban 2011…), doch jeder lehnt es ab, sich wirklich zu engagieren. Und doch scheint die Erde recht krank zu sein.
Heute weiß doch eigentlich jeder, dass die jeden Tag unausweichlicher werdende Klimaerwärmung die Menschheit ernsthaft gefährdet. Wie wird unsere Zukunft wirklich aussehen? Niemand weiß eine Antwort darauf, doch jeder schätzt den Ernst der Lage ein. Wie üblicherweise die wirtschaftlichen Gründe der Mächtigen und die egoistischen Interessen einiger Machthaber, die um ihre Wiederwahl bangen, Vorrang vor dem Gemeinwohl haben. Nach dem Anstieg des Meeresspiegels können einige kleine Länder sogar verschwinden. Wäre ihre Existenz angesichts der chronischen Blindheit von einigen Wenigen so gering zu schätzen? Wann ist das nächste Durban?“ François Méchain.
Biografische Angaben
François MÉCHAIN
FRANKREICH

Der Bildhauer und Fotograf François Méchain wird 1948 in Varaize in der Charente geboren, wo er heute noch immer lebt und arbeitet.
Nach dem Studium an der École Nationale des Beaux-Arts in Bourges unterrichtet er Fotografie an der École des Beaux-Arts in Saint-Étienne. Er arbeitet mit der Galerie Michèle Chomette zusammen.
François Méchain arbeitet in der Natur in der Tradition der Land Art. Er schafft vor Ort vergängliche Skulpturen und achtet dabei auf die Geschichte des Ortes, die fotografische Sichtweise, die Interpretation und die Zukunft der Installation. Durch sein Objektiv fixiert er die Augenblicke seiner Landschaftsskulpturen, die aus seiner Leidenschaft für die Belange der Erde entstehen, die er bei seinen zahlreichen Reisen durchstreift, bereist und untersucht.
„Meine Arbeit ist eine Bohrung in die Dicke der Welt. Die Schwierigkeit meiner Arbeit besteht nämlich darin, die richtige Distanz zu finden. Denken Sie daran, dass meine Skulpturen auch für den Sucher meines Fotoapparats gemacht wurden, damit er sie wahrnimmt. Ich hatte immer Lust, die Spuren zu verwischen. Niemals konnte man mich einordnen: Fotograf, Bildhauer, Bildhauer für die Fotografie, Fotograf, der sein Labor nutzt, um dort das Licht neu zu modellieren, wie er es mit der Erde täte, ich mag dieses Ungewisse". Auszug aus dem Sammelband François Méchain, L’Exercice des choses, 2002.