Künstlerischer Ansatz
Der Stein war nicht immer so hart. Zunächst bearbeitet der Künstler Sandstein, dann Marmor. Doch schließlich setzt sich die anfängliche Idee durch, Granit zu verwenden, denn dieser hat keine dekorative Dimension und erfordert mehr körperlichen Einsatz als alle anderen Materialien. Eine Entscheidung für Schwierigkeit und Anderssein. Der Bildhauer Denis Monfleur schafft keine Skulpturen aus Materialien, die bereits für sich allein ein Kunstwerk darstellen. Bei ihm kommt die Schönheit von innen – man muss sie sich verdienen. In einem kompromisslosen Kampf zwischen Fäustel und Granit sorgt er dafür, dass die künstlerische Idee sich ihren Weg an die Oberfläche des Steins bahnt. Der Bildhauer misst sich im Freien, manchmal direkt in den Steinbrüchen, mit der Härte von Granit, Diorit, Lava oder Basalt.
Wenn der Betrachter vor den monumentalen Skulpturen von Denis Monfleur steht, sieht er in den Himmel. Die Skulpturen erinnern unweigerlich an alte Zeiten und mythische Länder wie Ägypten oder Mesopotamien oder die Steinstatuen (Moai) der Osterinsel. Wie diese sprechen sie ein uraltes Wissen an, unseren Sinn für das Sakrale und unser Bewusstsein für die Kraft des Lebens, die alle Geschöpfe durchdringt, selbst wenn sie aus Stein bestehen.
Neben den drei Basaltsäulenskulpturen, die in der Kunstsaison 2023 präsentiert wurden, sind zwei Monumentalwerke, L‘Oiseleur („Der Vogelfänger“) und L‘Homme sauvage („Der wilde Mensch“) im Historischen Park zu sehen.
BIOGRAPHISCHE ANGABEN
Denis Monfleur ist ein französischer Bildhauer. Als Jugendlicher beginnt er, Ton zu formen. Mit 18 Jahren arbeitet er in der Pariser Presse und beschließt dann, sich ganz der Bildhauerei zu widmen. Der Autodidakt gibt die Kreationen aus Ton auf und beginnt mit der Bearbeitung von Holz und Marmor. 1986 stellt er in Fontenay-sous-Bois erstmals aus. Später engagiert ihn der katalanische Bildhauer José Subirà-Puig (1925-2015) als Assistenten. Denis Monfleur arbeitet auch mit Dietrich-Mohr (1924-2016) und Marcel Van Thienen (1922-1998) zusammen. Diese renommierten Künstler prägen seine Entwicklung.
Als er 1995 für den Fénéon-Preis ausgewählt wird, verletzt er sich beim Transport seines Werks. Während des Genesungsprozesses hat er Zeit zum Nachdenken, was ihn direkt zur Verwendung von Granit führt, einem Stein, der besonders widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und Verschmutzung ist. Seither besteht seine Arbeit im Wesentlichen in der Bearbeitung dieses harten, häufig monumentalen Steins mit der Direct carving-Methode.
Denis Monfleur wird von der Galerie Claude Bernard (Paris) vertreten.