Zusammensetzung der Jury 2018

Unter dem Vorsitz von Jean Echenoz

published at 16/04/2018
Jean Echenoz ist ein französischer Schriftsteller und Romanautor, der 1983 für Cherokee mit dem Literaturpreis Prix Médicis und 1999 für Je m’en vais mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde.
Jean Echenoz wurde 1947 in Orange geboren und verbrachte seine Jugend in Aveyron und in Basses-Alpes, studierte in Aix-en-Provence Soziologie an der dortigen Universität und zog 1970 nach Paris, wo er an der École Pratique des Hautes Études sowie an der Sorbonne Kurse besuchte. 
1979 veröffentlichte er sein erstes Werk, Le Méridien de Greenwich, für das er 1980 den Preis Fénéon erhielt.
Derzeit hat er siebzehn Romane beim Verlag Éditions de Minuit veröffentlicht und wurde mit rund zehn Literaturpreisen ausgezeichnet. 
 

Als Erbe des Nouveau Roman durch seine gewissenhafte Arbeit an der Sprache und den Möglichkeiten der Erzählung hebt sich Jean Echenoz durch die ironischen und spielerischen Aspekte seiner Romane hervor, die von müden, treibenden und lächerlichen Personen erfüllt sind, welche sich in erstaunlichen oder unpassenden Situationen befinden. Sein Stil kombiniert in der Tat äußerst vielfältige Einflüsse und diverse Zitate, von Laurence Sterne (britischer Schriftsteller, 1713-1768) oder Diderot (1713-1784) bis hin zu Spionage-Romanen. Auch aus der Fantasie der Kinowelt gewinnt er viel Inspiration und integriert den Jazz-Soundtrack mit seinen Abwandlungen, Synkopen und Dissonanzen.

Er sagt, er sei ein Mann, der – wenn er nicht schreibt und liest – gern durch Städte schlendert und das Schauspiel der Straßen beobachtet. Auf jeder Seite seiner Werke entwerfen allmählich tausendundein Details und Präzisionen aller Art, die zeitweise zum Fortgang der Geschichte nützlich sind, häufiger jedoch wirklich abschweifen, unsere Epoche, unsere städtischen und ländlichen Landschaften, die täglichen Gewohnheiten des modernen Individuums – ein außergewöhnliches und komisches Bild.

Die Orte sind für Echenoz Persönlichkeiten wie fiktionale treibende Kräfte, Möglichkeiten, die Subjekte und Objekte der Erzählung. Und jedes Mal, wenn er zu Freunden geht, pflanzt der Bäume in ihre Parks und Gärten, „denn er plant die Dinge von langer Hand: er forstet auf, und jede Gelegenheit kommt ihm recht.“ Für ihn geht es darum, „Bäume zu pflanzen, deren Stämme zum Bau der zukünftigen königlichen Flotte dienen werden. Aus diesen Eicheln, die er vergräbt, werden Masten entstehen, Schiffsrümpfe, Brücken und Zwischendecks…“

DIE jury 2018

  1. Jean ECHENOZ, Vorsitzender des Jury
  2. Bernard FAIVRE D’ARCIER, Vorsitzender der Domaine von Chaumont-sur-Loire
  3. Chantal COLLEU-DUMOND, Direktorin der Domaine und des Gartenfestivals von Chaumont-sur-Loire
  4. Marie-Paule BASSAN, Künstlerische Berater
  5. Olivier BEDOUELLE, Mitglied des Nationalen Büros des Verbands UNEP - Verband der Landschaftsbauunternehmer
  6. Bénédicte BOUDASSOU, Journalist
  7. Richard CAYEUX,  Iris-Züchter
  8. Marc CLARAMUNT, Direktor der Hochschule für Landschaftsgestaltung von Blois
  9. Soazig DEFAULT, Landschaftsgestalterin, Journalist
  10. Ariane DELILEZ, Generalsekretär des französischen Landschaftsverbandes
  11. Jean-Marc DIMANCHE, Künstlerischer Berater
  12. Pascal GARBE, Direktor der Obstgärten Jardins Fruitiers de Laquenexy [Moselle]
  13. Jean-Pierre LE DANTEC, Historiker, Schriftsteller, Ingenieur und früherer Direktor der Nationale Architekturschule in Paris - La Villette
  14. Pierre-Adrien LAGNEAU, Pflanzenverantwortlicher / Truffaut 
  15. Sylvie LIGNY, Journalist
  16. Dominique MASSON, Beraterin für Gärten, Welterbe, immaterielles Kulturerbe / DRAC Region Centre-Val de Loire
  17. Catherine MULLER, Vorsitzende des Nationalen Büros des Verbands UNEP - Verband der Landschaftsbauunternehmer
  18. Vincent PIVETEAU, Direktor der Nationalen Landschaftsschule von Versailles
  19. Luzia SIMONS, Künstler
  20. Didier WILLERY, Autor, Journalist und botanischer Berater
  21. Bernard CHAPUIS, Landschaftsgestalter

Romane, Erzählungen und Novellen

  1. Le Méridien de Greenwich, éditions de Minuit, 1979
  2. Cherokee, Minuit, 1983 (“Double”, 2003)
  3. L’Équipée malaise, Minuit, 1986 (“Double”, 1999)
  4. L’Occupation des sols, Minuit, 1988 ; Lac, Minuit, 1989 (“Double”, 2008)
  5. Nous trois, Minuit, 1992 (“Double”, 2010)
  6. Les Grandes Blondes, Minuit, 1995 (“Double”, 2006)
  7. Un an, Minuit, 1997 (“Double”, 2014)
  8. Je m’en vais, Minuit, 1999 (“Double”, 2001)
  9. Jérôme Lindon, Minuit, 2001
  10. Au piano, Minuit, 2002
  11. Ravel, Minuit, 2006 ; Courir, Minuit, 2008
  12. Des éclairs, Minuit, 2010 ; 14, Minuit, 2012
  13. Caprice de la reine, récits, Minuit, 2014
  14. Envoyée spéciale, Minuit, 2016

Filmografie 

  1. 1982: Le Rose et le Blanc von Robert Pansard-Besson – Co-Autor
  2. 1985: Le Tueur assis (Fernsehfilm) von Jean-André Fieschi – Co-Autor
  3. 1991: Cherokee von Pascal Ortega – Co-Autor
  4. 2006: Un an von Laurent Boulanger – bildliche Darstellung

Preise und Auszeichnungen

  1. 1980: Preis Fénéon für Le Méridien de Greenwich
  2. 1983: Preis Médicis für Cherokee
  3. 1995: Preis Novembre für Les Grandes Blondes
  4. 1999: Preis Goncourt für Je m’en vais; Beste Bücher des Jahres der Zeitschrift Lire für Je m’en vais
  5. 2006: Großer Literaturpreis Paul-Morand; Preis François-Mauriac der Region Aquitaine für Ravel
  6. 2012: Preis Prix des vendanges littéraires de Rivesaltes
  7. 2013: Zum interkulturellen Botschafter der UNESCO ernannt; Preis „Colombe blanche“ (vom Tesla Global Forum)
  8. 2016: Preis der Nationalbibliothek Frankreichs