Die Privatgemächer

published at 06/03/2017

Das Esszimmer

 
Das Esszimmer besitzt einen bemerkenswerten Kamin, entworfen von Antoine Margotin, einem Schüler des Architekten Sanson, auf dem das gesamte bildhauerische Repertoire der Außenfassaden des Schlosses zu erkennen ist (Berg in Flammen „Mont Chaud”, doppeltes „C” von Charles II. d’Amboise, Wappen des Kardinals Georges d’Amboise). Es finden sich hier auch zwei Wandteppiche: Das Urteil des Paris (16. Jahrhundert) und Geschichte von Aeneas (17. Jahrhundert) sowie eine Truhe aus dem 16. Jahrhundert, die auf Leder den Kampf zwischen David und Goliath illustriert.


Die Bibliothek

 
Das Dekor der Bibliothek wurde kürzlich originalgetreu wieder hergestellt, obwohl ein Teil des Dekors bei einem Brand im Jahr 1957 zerstört wurde. In der Bibliothek selbst befindet sich ein Aufsatzmöbel aus dem 19. Jahrhundert, verziert mit Pilastern, Rauten, Friesen aus Muscheln und Flechtwerk nach dem Geschmack der Renaissance sowie eine Möbelgruppe aus der Epoche Napoleon III: Indiscret, Canapé und Sessel. Drei in Aubusson gewebte Wandteppiche aus dem 17. Jahrhundert veranschaulichen drei Episoden aus dem Leben Alexanders des Großen (Triumphaler Einzug Alexanders in Babylon, Unterwerfung der Familie des Darius und Begegnung zwischen Poros und Alexander).


Der kleine Salon

 
Im kleinen Salon können Sie verschiedene seltene Möbel im Empire-Stil mit der Signatur des Ebenisten Pierre-Benoit Marcion bewundern (Dauerleihgabe des Generalrats Loir-et-Cher) sowie eine ganz außergewöhnliche Pendeluhr im Empire-Stil aus Marmor und vergoldeter Bronze und einen Tric-Trac Spieltisch (Dauerleihgabe des Mobilier National) ebenfalls im Empire-Stil, der dem Elysée-Palast entstammt. Dieses Stück erinnert an den Besuch der Schriftstellerin Germaine de Staël im August 1810 in Chaumont, anlässlich der Drucklegung ihres Buchs „De L’Allemagne” („Über Deutschland“) in Tours.


Das Billardzimmer

 
Das Billardzimmer besitzt eine seltene mehrfarbige Zimmerdecke, die vom Prinzenpaar de Broglie in Auftrag gegeben wurde. An ihren Haupttragebalken sind verschiedene Ansichten des Schlosses im ausgehenden 19. Jahrhundert, an jedem Eckpunkt die Wappen der Familien Amboise und de Broglie zu erkennen. Zwei Brüsseler Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert illustrieren zwei Episoden aus dem Leben des karthagischen Feldherrn Hannibal (Einnahme von Sagunt und Hannibal zeigt drei seiner Unterfeldherren die Po-Ebene).


Das große Empfangszimmer

 
Das große Empfangszimmer wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts im historistischen Stil des königlichen Schlosses von Blois eingerichtet (mehrfarbiger Kamin mit der Darstellung eines Stachelschweins). Die Möbelstücke (Tische, Stühle, Hocker, Aufsatzanrichte, Canapé „à confident”, Tee- und Rauchertisch) stammen aus der Epoche Napoleons III. oder aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der gelbe Seidenbrokatell mit großen floralen Motiven, der die gesamten Wände bedeckt, wurde im Jahr 2007 nach Originalkartonierungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts erneuert. Durch zahlreiche Zukäufe und Dauerleihgaben kann heute das raffinierte Ambiente des Salons der Prinzessin de Broglie wieder wachgerufen werden.


Die Kapelle

 
Die im spätgotischen Stil des beginnenden 16. Jahrhunderts errichtete und mit prachtvollen Schnitzereien verzierte Kapelle wurde in den Jahren 1884-1886 restauriert. Die von dem Glasmeister Georges Bardon angefertigten Buntglasfenster wurden im Jahr 1888 eingesetzt und veranschaulichen die Geschichte von Chaumont von seinen Anfängen bis zur Broglie-Familie. Vier Gemälde aus einer aragonesischen Schule des ausgehenden 15. Jahrhunderts auf beiden Seiten des Hochaltars stellen zwei Episoden aus dem Leben von Johannes dem Täufer dar, Geburt der Heiligen Jungfrau und Aufstieg zum Kalvarienberg.