Aufklärung und Romantik

published at 20/01/2017

Jacques-Donatien Le Ray stammte aus Nantes und war durch Handel reich geworden. Er kaufte Schloss Chaumont im Jahr 1750. Zwanzig Jahre später ernannte ihn Ludwig XVI. zum Verwalter des Hôtel des Invalides. Im Jahr 1772 ließ er bei den heutigen Stallungen zwei Manufakturen für Töpferware und Kristallherstellung errichten. Die Leitung übertrug er dem berühmten italienischen Bildhauer Jean-Baptiste Nini (1717-1786). Jacques-Donatien Le Ray, Sympathisant der Aufständischen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, war Mittelsmann zwischen König Ludwig XVI. und den amerikanischen Vertretern (Benjamin Franklin, Arthur Lee, Silas Deane) und finanzierte die amerikanische Armee aus eigenen Mitteln.

Jacques-Donatien Le Ray Jr. (1760-1840) ging im Jahr 1785 nach Amerika, kam aber immer wieder nach Chaumont zurück. Er heiratete eine Amerikanerin und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Im von Napoleon auferlegten Exil nutzte Madame de Staël die Abwesenheit ihres Freundes James Le Ray und hielt sich von April-August 1810 in Chaumont auf, um den Druck ihres Buches „De L’Allemagne” („Über Deutschland”)  in Tours zu korrigieren und zu überwachen. Ihre Anwesenheit zog zahlreiche berühmte Höflinge ins Exil nach Chaumont: Madame Récamier, Adalbert von Chamisso, die Grafen von Sabran und Salaberry sowie Benjamin Constant, den Autor von „Adolphe“.

Im Jahr 1833 erwarb der Graf von Aramon (1787-1847) das Anwesen. Er befasste sich ausgiebig mit der Planung eines Parks, den Chaumont nach wie vor nicht besaß. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe den Vicomte Joseph Walsh (1792-1860). Dieser beauftragte den Architekten Jules Potier de la Morandière (1813-1883) mit der Renovierung des Schlosses, das seit dem Jahr 1840 unter Denkmalschutz stand. Trotz aller Bemühungen gelang es ihm nicht, die kostspieligen Instandsetzungsarbeiten abzuschließen. Im Jahr 1872 kam Chaumont erneut auf den Markt.